Neue Bahnen auf dem Golfplatz Altenstadt

Lange Staubbahnen waren im letzten Sommer auf dem Gelände westlich des Golfplatzes Altenstadt zu sehen. Neugierig beobachteten Spieler und Spaziergänger, was da entstand. Peter Vetter, einer der beiden Eigentümer des Platzes, hatte sich daran gemacht, den Golfplatz zu erweitern.Unermüdlich saß er auf seinem Bagger und bewegte das Erdreich. Da wurden Gruben ausgehoben, Hügel zusammengeschoben und Planen für Teiche ausgelegt. Man war gespannt auf das Ergebnis.

Seit einigen Tagen ist es nun soweit: Die neun Spielbahnen sind freigegeben. Sie wurden zwar noch nicht offiziell „geratet“, also vom Deutschen Golfverband in ihrer Schwierigkeit eingestuft. Ausprobieren kann man die Bahnen, die als PAR 35 konzipiert wurden, aber trotzdem schon.

Neugierig machten sich bereits die ersten Spieler daran, die neuen Fairways zu erkunden. Sie stellten schnell fest, dass die auf den ersten Blick harmlos wirkenden Bahnen durchaus ihre Tücken haben. Das Gelände ist flach, nur leicht onduliert. Doch in dem scheinbar übersichtlichen Gelände sind vieleÜberraschungen versteckt. Strategisch gut platziert wurden Wasser- und Sandhindernisse, sogar ein veritabler Topfbunker ist dabei. Da heißt es, taktisch zu spielen und den Ball genau zu platzieren.

Das Semirough ist sehr dick, es ist schwer, den Ball sauber herauszuschlagen. Aber auch die Grüns, die sich bereits in einem sehr guten Zustand befinden, fallen vielfach gleich nach mehreren Seiten ab. Wird der Ball auch nur ein wenig zu weit geschlagen, rollt er unweigerlich wieder hinunter. Dazu kommen insgesamt vier Teiche und ein ausgedehntes Biotop, die natürlich allesamt vermieden werden sollten.

Bei der Ballsuche macht sich die weit verbreitete Trichterwinde unangenehm bemerkbar. Ihre weißen Blüten kann man schnell mit einem Golfball verwechseln. Das Roughist hoch bewachsen, wilde Kamille hat sich ausgebreitet. Auch hier ist die Ballsuche ein Glücksspiel.

Die Tierwelt hat den Platz und insbesondere die Teiche bereits erobert. Stockenten und Nilgänse fühlen sich hier wohl, und aus dem Wasser tönt das Quaken der Frösche, das man schon von den „alten“ Bahnen kennt. Ein kapitaler Feldhase hat vermutlich früher auch schon hier gewohnt. Er hoppelt munter zwischen den Bahnen herum.

Das Highlight ist zweifellos die Bahn sieben, die mitten durch ein Biotop angelegt wurde. Ein langer Steg führt darüber. BeiRegen wird sich die Mulde schnell mit Wasser füllen.

Fazit: Die neuen Bahnen sind eine Bereicherung für die Golflandschaft des Rhein-Main-Gebiets. Das Spielen macht großen Spaß, verlangt allerdings Präzision und Übersicht. Der Spieler sei gewarnt: Dieser Platz frisst Bälle!

Greenfee für die neuen Bahnen: € 20, Clubmitglieder spielen kostenfrei.

Bericht: Rotraut Milke